Immer wieder erreichen einen so merkwürdig anmutende Satzfetzen, die man gar nicht direkt hat hören wollen, aber die im Vorbeigehen in die Gehörgänge zischen und einen dann doch irgendwie beeindrucken.
So höre ich z.B. auf der Hauptstraße von Fechenheim einen Mann zu einem anderen sagen: "Wir sind ein Verein von Türken und Marokkanern für minderwertige Menschen." - Hoppla, da wärs doch gar nicht so schlecht gewesen, sich ein bisschen mehr in die Feinheiten der deutschen Sprache einzuarbeiten - oder nicht?
Und in der Pause am Kabarettabend sagt ein Mann zu seiner Frau: "Über meine Witze lachst du nicht, obwohl ich dasselbe sage wie der Hagen Rether!" - Ja, vielleicht ist dasselbe doch eher das gleiche und stimmt letztlich nicht so ganz überein... Man muss vielleicht noch dazu sagen, dass das Publikum dieser Rether-Veranstaltung sich vorwiegend aus Hörern von HR2 Kultur zusammensetzte. Die haben, wie mir schien, so einen ganz eigenen Humor.
Und dann war da noch der Autobastler, der in seinem Auto saß, das Radio einbauen wollte und wegen des infolge starker Beleibtheit großen Luft- und Raumbedarfs die Autotür weit geöffnet hatte. Ich wollte just neben seinem Auto parken, habe kurz gehupt, damit ich seine Autotür nicht abfahren musste. Er zieht sie zu und sagt aufgebracht: "Des geht aber aach annerster!" Ich frage ihn lächelnd: "Aber warum?" und erkläre noch kurz, dass das eigentlich nicht "annerster" heißt, sondern dass man das annerster sagen muss. Er knallt die Tür zu. Als wir von unserem Spaziergang zurückkommen, hat er die Tür wieder weit geöffnet. Ich beuge mich hin zu ihm und sage: "Darf ich Sie bitten, die Tür kurz zuzumachen? Ich kann grad nicht hupen!" Er knallt die Tür zu. Ja, geht denn das nicht annerster? 