Ich habe mich auch noch ein wenig mit dem Thema befasst, wer etwas Zeit und keine Angst vor längeren Texten hat:
Religion, was ist das eigentlich. Wenn man sich zunächst nur mit dem Wort auseinandersetzt kommt man auf die ursprüngliche Wortbedeutung aus dem lateinischen (Religio): "Gottesfurcht". Und dies ist genau die Art von Religion, die ich verabscheue. Meist besteht sie aus einem klapperigen Gerüst wüster Drohungen und einem Satz von sakralen Gesetzten und Gegebenheiten, die man befolgen muss um der ewigen Verdammnis zu entgehen.
Die heute eher geläufige Bedeutung oder das akute Verständnis dieser Vokabel, deutet eher auf etwas hin, dass ich jetzt einmal kurz als "den Glauben" definieren möchte. "Glauben" wird im Wörterbuch definiert mit "für gut heißen" bedeutet aber für den Wissenschaftler, der kein Theologe ist, auch gerne mal "unbeweisbares hinnehmen". Den knallharten Agnostiker ("Beweis mir die Existenz deines Gottes und ich glaube an ihn!") wird man also kaum vom Katholizismus überzeugen können. Dennoch gibt es hunderttausende Menschen auf dieser Kugel, die sich durch die Endlosigkeit bewegt, die glauben es gäbe einen "heiligen Vater" dessen Sohn einst für uns am Kreuz gestorben ist. Warum? Ist es wirklich so, dass diese Menschen nicht dazu in der Lage sind für sich selbst zu denken, wie es Danny in seinem Video unterstellt? Oder haben wir es vielleicht mit Gruppenzwang und den sozialen Bedürfnissen der Menschen zu tun?
Es gibt unheimlich viele Fragen zur Religion un wahrscheinlich noch mehr vollkommen verhärtete Polemik, aber leider werde ich hier keine Antworten geben können und bestimmt auch keinen Streit schlichten. Schade was ?
Ich halte Religion, oder besser das was 'Religion' vorangestellt ist, nämlich die Definition von "Gott" für eine unheimlich persönliche Sache. Ich bin davon überzeugt, dass es Gott gibt. Er existiert in den Köpfen von den Abermillionen Gläubigen auf dieser Kugel und in jedem sieht er anders aus, in jedem hat er andere Ziele und er wird jedem etwas anderes erzählen. Was ich im Gegensatz zu Gott für eine allgegenwärtige Wahrheit halte ist Energie. Energie ist selbst dort, wo eigentlich nichts ist. Und ich glaube, um mal den Kreis zu meiner persönlichen Religion zu schließen, an diese alles umfassende Energie. Ich glaube an Ökosysteme, an Astronomie und Astrologie, an Physik und an Chaos und ich glaube die wenigsten Menschen verstehen wirklich, woran ich glaube.
So viel zu meinem Glauben, aber ich habe noch ein paar Dinge, die ich zu aktuellem Glauben loswerden möchte, ich habe noch viele Fragen, die ich gerne deren Führern und Anhängern stellen möchte, die den Menschen mit der ewigen Verdammnis drohen. Ich möchte einmal Kardinäle beim Abendessen beobachten und sie nach den Todsünden "Wolllust" und "Völlerei" befragen. Vorgestern hat mir mein Vater, wie er es gerne tut einen Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten. Es ging um einen psychologischen Fragebogen, den der Kabarettist Josef Hader ausgefüllt hatte und der im Focus erschienen war. Auf die Frage: "Wem würden Sie einen Orden verleihen?" Antwortete er: "Dem Papst für die erfolgreiche Demontage seines Amtes." Er hat so recht!
Der Katholizismus ist die Religion, in der ich mich am besten auskenne und vermutlich auch die, die eigenständig alle nur erdenklichen Gründe liefert ihr nicht beizutreten. Es ist manchmal amüsant, aber die meiste Zeit ist es eigentlich nur beschämend. Warum geht so etwas? Wer erfindet so etwas?
Viele meiner offenen Fragen hat ein einziger Film in seinem ersten drittel beantwortet: "
Zeitgeist", dessen folgende beiden drittel ich allerdings nicht zu 100% unterstützen würde. Weitere tolle kritische Ansichten zum Thema Religion habe ich auf der seite "
irReligion" gefunden (vielen Dank für diesen Tip, Drasti).